Reisebericht > Madeira 2026
Für unseren Osterurlaub hatten wir diesmal wieder eine kleine Flugreise geplant. Schon seit ein paar Jahren hatten wir den Rother Wanderführer Madeira ungenutzt im Schrank stehen, und der sollte jetzt endlich mal zum Einsatz kommen!
In der Hoffnung, dass um diese Jahreszeit noch nicht die ganz großen Touristenmassen wie in der Hauptsaison unterwegs sein würden, machten wir uns für zehn Tage auf in Richtung Madeira.
Leider passierte es uns diesmal zum ersten Mal, dass einer unserer Koffer nicht am Urlaubsziel ankam, was natürlich erstmal für etwas Verstimmung sorgte. Das wurde ein bisschen gemildert durch die Tatsache, dass bei unserer Mietwagenfirma
ein putziges kleines Fiat 500 Cabrio für uns bereitstand – das perfekte Auto für die engen Sträßchen und kleinen Parkplätze! So brachen wir erstmal direkt auf in Richtung Decathlon in Funchal, um ein paar Outdoorklamotten und Schuhe zu
kaufen, so dass wir am nächsten Tag direkt mit der ersten Wanderung starten konnten. Aber zum Glück kam unser Gepäck dann auch schon am Abend des zweiten Tages, so dass sich die Probleme in Grenzen hielten.
Vor kurzem erst war ein neues Ticketsystem für die meisten der PR-Wanderwege auf der Insel eingeführt worden, und wir waren skeptisch, wie gut das funktionieren würde, aber das stellte sich schnell als unbegründet heraus. Es war so gut
wie nie ein Problem, Tickets zu bekommen, auch noch für denselben Tag, mit Ausnahme des Pico Arieiro – hier war tagelang im Voraus zu Sonnenaufgang alles ausgebucht. Wir hatten allerdings nicht den Eindruck, dass jemals kontrolliert
wurde, ob irgendjemand ein Ticket hatte oder nicht, aber bis auf wenige Ausnahmen von irgendwelchen kurzen Verbindungstrails, die nochmal extra gekostet hätten, leisteten wir uns jedes Mal ein Ticket. Man möchte als Tourist ja zum
Erhalt der Wege beitragen… Apropos, viele der Wege (und auch Straßen) waren wegen Erdrutsch o.ä. gesperrt und die Verbindung zwischen Pico Ruivo und Pico Arieiro wurde erst ein paar Wochen später wieder geöffnet, so dass wir einige
unserer favorisierten Wanderungen gar nicht machen konnten, aber wir fanden trotzdem viele wunderschöne Touren!
Wir hatten uns für die zehn Nächte auf der Insel drei verschiedene Ferienwohnungen gebucht, einmal im Nordwesten, einmal im Zentrum und einmal im Nordosten. Die ersten drei Nächte verbrachten wir in Riberia da Janela in einer Ferienwohnung
in einem toll umgebauten kleinen Steinhäuschen und machten den ersten Ausflug in den Nebelwald von Fanal, der seinem Ruf alle Ehre machte – wunderschön, aber eben kalt, nass und neblig! Dann ging es zum Risco-Wasserfall und den 25 Fontes,
wo es sich als hervorragende Taktik herausstellte, erst am späten Nachmittag von einem alternativen Trailhead aus zu starten, denn auf diesem sonst so überlaufenen Trail war dann kaum noch jemand unterwegs, und am Wasserfall und an den
Quellen waren wir zeitweise sogar allein, so dass wir die einzigartige Landschaft richtig genießen konnten.
Nach einem Abstecher an die Westküste zu einigen Aussichtspunkten und einer weiteren kleinen Wanderung ging es zu unserer zweiten Station in Faial. Diesmal hatten wir sogar ein ganzes Ferienhaus für uns allein und konnten uns für die
folgenden fünf Nächte richtig ausbreiten! Von hier aus machten wir dann viele Wanderungen und einen Ausflug nach Funchal und Monte zu den wunderschönen botanischen Gärten und machten einen kleinen Stadtbummel durch die Altstadt. Auch den
fantastischen Bergen im Zentrum der Insel um Pico Ruivo und Pico Arieiro statteten wir von hier aus einen bzw. mehrere Besuche ab. Leider war der Verbindungsweg zwischen beiden Bergen nach einem Waldbrand vor einigen Jahren noch gesperrt
und sollte erst ein paar Wochen später wieder geöffnet werden, aber zumindest konnten wir die atemberaubenden Ausblicke von einem Teil des Weges und den fantastischen Aussichtspunkten aus genießen.
Neben ein paar kürzeren Trails an der Nordküste und der weniger bekannten, aber umso schöneren Levada do Castellejo war ein großes Highlight auch der Küstentrail zur Boca do Risco zwischen Porto da Cruz und Machico. Hoch oben über dem Meer
führt der Weg entlang der Steilküste, mit fantastischen Ausblicken auf türkisblaues Wasser und spektakuläre Klippen. Und zum Abschluss durfte natürlich die großartige Halbinsel Ponta de Sao Lourenco ganz im Osten Madeiras nicht fehlen!
Dazu hatten wir uns nochmal für zwei Nächte eine schöne kleine Ferienwohnung in Machico herausgesucht, um für Sonnenauf- oder -untergang eine möglichst kurze Anfahrt zur Halbinsel zu haben. Und das hat sich gelohnt! Das war wirklich
nochmal ein spektakulärer Anschluss mit zwei Sonnenaufgängen und einer Wanderung über die ganze Halbinsel, vorbei an steilen Klippen und Felsformationen mit den verrücktesten Strukturen und Farbkombinationen.
Alles in allem waren wir begeistert von Madeira und froh, dass wir es endlich einmal hierher geschafft hatten! Klar war auch um diese Jahreszeit viel los, aber im Großen und Ganzen hielt es sich in Grenzen, und wenn man eher in den
früheren Morgenstunden oder gegen Abend unterwegs war und nicht unbedingt immer nur die bekanntesten und berühmtesten Wanderungen machte und Aussichtspunkte besuchte, dann konnte man das Ganze auch richtig genießen. Da können wir uns
durchaus vorstellen, noch einmal wiederzukommen!